In einer E-Mail vom 12. Januar 2007 hat ein Leser meines Weblogs mir vorgeschlagen, Götz Werner in die Liste der Meudalherren aufzunehmen. In der E-Mail wird das so begründet, dass er angeblich 30.000 Mitarbeiter hatte (oder hat?), die für ihn arbeiten. Ob diese Zahl stimmt, habe ich nicht überprüft. Aber ich bin ja hier anonym unterwegs, und ich brauche deswegen keine Angst vor einer Abmahnung (wegen falscher Tatsachenbehauptung) zu haben. So ist das halt im modernen Feudalismus – als kleiner Bürger muss man in die Anonymität flüchten, denn rechtliche Auseinandersetzungen kann ich mir aus finanziellen Gründen nicht erlauben. Was vor einigen Jahrhunderten mal durch Flugblätter möglich war, nämlich gegen die damaligen Feudalherren Flugblätter zu verteilen, das kann heute durch Weblogs geschehen.
An dieser Stelle noch eine kleine Anmerkung: Die E-Mail vom 12. Januar 2007 habe ich erst heute – am 1. Februar 2007 gelesen. Also es dauert immer ein wenig, bis ich hier (anonym dank Tor und hushmail.com) meine E-Mails abrufe.
Ich muss mich jetzt nur noch entscheiden, ob ich in der Liste der Meudalherren Götz Werner auf die Wikipedia verlinke oder auf seine Webpräsenz direkt. Ich denke, ich werde seine Webpräsenz direkt verlinken. Das hat den Vorteil, dass er vielleicht auch von diesem Weblog hier Kenntnis erhält. Götz Werner gehört zu den guten Meudalherren. In der Meudalismus-Gruppe wurde er übrigens mal als Meudalist, aber einer mit Verstand bezeichnet. Ich bin immer ein bisschen unsicher, ob ich besser von Meudalist oder von Meudalherr sprechen soll. Irgendwie finde ich die Terminologie mit Meudalherr etwas überzeugender. Meudalherr ist einfach der etwas passendere Begriff. Aber vielleicht könnte man mal bei Gelegenheit darüber diskutieren, ob man von Meudalist oder Meudalherr spricht – was sind die genauen inhaltlichen Unterschiede zwischen beiden Ausdrücken?
Nun ja, jetzt wird es aber Zeit, auf unternimm-die-zukunft.de zu verlinken. Die Initiative ist ja theoretisch ganz nett, ändert aber nichts am modernen Feudalismus.
Donnerstag, Februar 1, 2007 um 12:11 |
*hust* Götz Werner gehört zu den guten Meudalherren. *hust* Ganz bestimmt *hust*
Einmal lesen und Gedanken drüber machen: http://www.dr-wo.de/schriften/feudalismus/bge.htm Anschließend vielleicht folgenden Thread im Forum der ganzen Aktion: http://forum.unternimm-die-zukunft.de/viewtopic.php?t=12
Alleine die Tatsache, dass der ach so gute Meudalherr sich seit geraumer Zeit einer direkten Diskussion mit Dr. Harald Wozniewski verweigert, zeigt, dass er kaum Interesse an etwas im Sinne der Allgemeinheit hat. Stattdessen versucht er mit großen Aufwand und ohne Rücksicht auf etwaige Einwände sein Projekt durch zuziehen. Leider hat er dabei zumindest in den Medien und somit auch in den Köpfen nicht nur der Harz IV-gebeutelten immer größeren Erfolg …
Mal ehrlich, wenn jemand 1.000.000.000 Euro Vermögen besitzt, das zudem noch ständig für einen arbeitet, wird man den Teufel tuen dafür zu sorgen, dass sich genau das ändert. Aber genau das müsste sich ändern, wenn der Meudalismus mit samt seinen negativen Auswirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft überwunden werden soll! (http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/reichtum.htm)
Gruß,
Fabio Blaha
PS: So gesehen stimmt „Noch ein Meudalist, aber einer mit Verstand“. Denn dumm ist er auf keinen Fall. Dumm wäre er lediglich, wenn er mit seinem Projekt wirklich die Interessen vertreten würde, die er vorgibt zu vertreten. Macht er jedoch offensichtlich nicht, also ist er schlau, wenn nicht sogar gerissen. Wohl um einiges gerissener als viele seine Kollegen. Propaganda rulz, vor allem wenn sie eben auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar ist…
Mittwoch, Februar 7, 2007 um 11:48 |
“Mitarbeiter” oder die Untertanen im modernen Feudalismus
http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/untertanen.htm
Mittwoch, Februar 7, 2007 um 17:14 |
Hallo,
Mitarbeiter oder Untertan – meiner Ansicht nach spricht vieles dafür, im vorliegenden Falle von Mitarbeitern zu sprechen, denn laut Wikipedia ist Werner bekennender Anthroposoph, was sich auch auf sein Unternehmen auswirken soll. Bei den Discountern von anderen Superreichen würde ich jedoch eher von Untertanen sprechen. Aber bei Götz Werner ist von einer menschenfreundlichen Gesinnung auszugehen.
Gruss
Mittwoch, Februar 7, 2007 um 17:24 |
Hallo Fabio Blaha,
Entschuldigung für die verspätete Freischaltung Ihres Kommentars. Sowas wird aber auch in Zukunft vermutlich relativ häufig vorkommen, dass hier Kommentare mit ganz erheblicher Verspätung oder überhaupt gar nicht freigeschaltet werden (es kommen hunderte von Spam-Kommentaren hier an, da übersehe ich sehr schnell etwas). Ich bitte um Nachsicht.
Grüße
Dienstag, Februar 13, 2007 um 22:44 |
Das Modell von Werner läuft im Endeffekt darauf hinaus (dies wird in der öffentlichen Diskussion geradezu diabolisch geschickt vernebelt), die Einkommensteuer für Meudalherren gänzlich abzuschaffen. Dies besäße für Superreiche den Vorteil, daß diese nicht mehr über Konstrukte wie Schiffonds ihr „Investivvermögen“ und die daraus erzielten Einkünfte quasi steueroptimiert „umwidmen“ müßten.
Schon heute heben wird die real existierende Situation, daß Vermögensmilliardäre de fakto einer Nullbesteuerung unterworfen sind. Warum dies?
1.) Die Erhebung der Vermögensteuer wurde 1996 eingestellt
2.) Das zu versteuernde Einkommen kann mit Hilfe der Steuervermeidungsindustrie entsprechend (also auf „0″) gestaltet werden
3.) Die Erbschaftsteuer wird in vielen Fällen durch Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein oder Offshore-Plätzen umgangen.
In vielen Fällen ist es sogar so, daß durch Subventionen (AMD, Infineon, Müller, etc.) der Staat dem Meudalherren Millardensubventionen zahlt, nur damit dieser Betriebe eröffnet. Diese Subventionen werden dann über Lohnsteuereinnahmen, Umsatzsteuerzahlungen der Verbraucher, und Staatsverschuldung „bezahlt“.