In der taz.de vom 19. Dezember 2005 steht:
“Heute gehören ihm weltweit mehr als 1.600 dm-Drogeriemärkte, und in seinem Unternehmen beschäftigt er über 23.000 Mitarbeiter. Schon falsch: “Kollegen” würde Werner sie nennen.”
Ach, das ist ja alles so schön. Also in einer E-Mail hatte mir ein Leser geschrieben, dass Götz Werner 30.000 Mitarbeiter habe. Diese E-Mail stammte vom Januar 2007. Das Zitat oben aus der linken Tageszeitung stammt jedoch vom Dezember 2005, ist also über ein Jahr älter. Es besteht somit die Vermutung, dass Götz Werner im Dezember 2005 mehr als 23.000 Mitarbeiter beschäftigt haben könnte. Im Januar 2007 könnte diese Mitarbeiterzahl auf 30.000 angestiegen sein.
Das sind natürlich alles nur Spekulationen und keine Tatsachenbehauptungen, die ich vor Gericht beweisen könnte. Und weil Deutschlands Gerichte den Feudalismus schützen, wird dieses Weblog anonym betrieben, denn im Zweifel wird immer zu Gunsten des Superreichen entschieden, denn der kann den Rechtsstreit bezahlen, der kleine Untertan kann das aber nicht.
Wie sollte ich auch den Beweis führen, dass ein moderner Feudalherr mehrere 10.000 Mitarbeiter hat? Sollte ich jetzt durch jeden Laden gehen und Mitarbeiter fragen, ob sie für einen bestimmten Meudalherren arbeiten? Diesen Beweis dürfte ich wahrscheinlich auch gar nicht führen, denn das könnte ja ein Eingriff in das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb sein. Im übrigen will ich diesen Beweis auch gar nicht führen. Ich will ja nur meine Meinung äußern, was mir rein theoretisch nach Art. 5 Grundgesetz auch garantiert ist, Feudalismus hin, Feudalismus her. Aber das ist ja so schwer im feudalen Deutschland. Angeblich ist Deutschland eine freiheitliche Demokratie. Die Wahrheit ist, wir sind ein feudaler Ständestaat, mit ein paar demokratischen Elementen. Alle vier Jahre mal zur Wahlurne gehen, ansonsten darf glücklich sein, wer einen Feudalherren hat, an dessen Drogeriemarktkasse der Untertan (Kollege, Mitarbeiter) sitzen darf.
Nun ja, ich wollte noch zum obigen Zitat anmerken, dass man hinsichtlich der Terminologie offenbar unterschiedliche Auffassungen vertritt. Angeblich würde Werner nicht von Mitarbeitern sprechen, sondern von “Kollegen” laut dem Artikel in der taz.de. Nach einer Meinung eines Kommentartors vom 7. Februar 2007 könnte man wohl auch von Untertanen sprechen.
Also aus diesen Überlegungen ergeben sich folgende Fragen: Hat Götz Werner Untertanen, Mitarbeiter oder Kollegen? Also vieles spricht dafür, die Bezeichnung Kollegen als sehr stark euphemistisch zu bewerten. Denn ein Kollege, der ist doch gleichrangig. Und Gleichrangigkeit bedeutet doch eigentlich auch, dass man in Bezug auf das vorhandene Vermögen und Einkommen in etwa auf Augenhöhe sein sollte.
Beispielsweise ist der Staatsanwalt der “Kollege” des Richters. Die Gehälter sind sehr ähnlich, möglicherweise sogar gleich. Aber im Falle von Götz Werner und seinen Mitarbeiter-Untertanen, da sollte man nicht von Kollegen sprechen, das ist etwas übertrieben. Also die Einkommen zwischen einem Staatsanwalt und einem Richter sind relativ ähnlich, die Einkommen zwischen Götz Werner und seinen Untertanen sind (vermutlich, sollte ich vorsichtshalber sagen, Gruß an die Buskeiten) jedoch höchst unterschiedlich. Denn es könnte ja rein theoretisch sein, dass ein Untertan von Götz Werner ein Milliardenvermögen hat, wer weiß das schon. Also wegen des restriktiven Äußerungsrechts muss ich darauf hinweisen, dass ich lediglich die Vermutung habe, dass Götz Werner ein erheblich größeres Vermögen als seine Untertanen hat. Theoretisch ist das natürlich nicht wahr, zumindest nicht beweisbar. Also Deutschlands Richter, da ist was nicht in Ordnung, insbesondere mit der Rechtsprechung in Bezug auf die Meinungsfreiheit, ein anderes Thema, aber es hängt halt doch indirekt miteinander zusammen. Der Buskeismus begünstigt halt den modernen Feudalismus. Glücklicherweise kann man anonym noch ein bisschen seine Meinung äußern, Deutschland ist halt eher eine feudale Diktatur als eine freiheitliche Demokratie.
Also zur Zeit tendiere ich dazu, vielleicht doch eher die Bezeichnung Untertanen zu bevorzugen. Das liegt an der Meinungsäußerung von Meudalknecht. Denn die Untertanen müssen richtig viele Einkommensteuern bezahlen. Die Vermögensmilliardäre sind nach der gerade eben verlinkten Meinung “de fakto einer Nullbesteuerung unterworfen”. Und da wird auch ziemlich deutlich, warum der eine Meudalherr ist, und der andere Meudalknecht. Das Steuerrecht in Deutschland versagt vollkommen, wenn es um die Bekämpfung des modernen Feudalismus geht, der eine ernsthafte Gefahr für unsere freiheitliche Grundordnung darstellt. Darüber sollte man mal sprechen in unserer Gesellschaft. Wie kann man das Steuerrecht für die Untertanen im Feudalismus etwas gerechter gestalten? Vielleicht sollte man die Meudalherren über das Steuerrecht etwas stärker zur Kasse bitten, damit die Untertanen auch ein bisschen was von der Freiheit abbekommen können? Denn das gegenwärtige System bedeutet Freiheit für die Meudalherren, Feudalismus für die Untertanen.