Die Feudalisierung Deutschlands schreitet immer weiter voran. Dafür lassen sich viele Beispiele finden, woran man das erkennen kann. Ein Beispiel sind die Stiftungsprofessuren. Viele davon werden von der Finanzwirtschaft gestiftet, durch die Pharmaindustrie, und auch durch Stiftungen von Konzernen. Und dann soll es noch ungenannte Spender geben.
Wer aber könnte Interesse an Stiftungsprofessuren haben? Könnte es sein, dass unsere modernen Feudalherren ein großes Interesse daran haben, die Wissenschaft – insbesondere die Volkswirtschaftslehre – mit neoliberalen Ideen zu unterwandern?
Die modernen Feudalherren, die haben genügend Geld, die öffentliche Meinungsbildung über die Presse zu beeinflussen, denn die Pressefreiheit ist die Freiheit einiger weniger reicher Leute. Aber das reicht noch nicht, auch die Wissenschaft muss beeinflusst werden, natürlich vorwiegend die Volkswirtschaftslehre und verwandte Wissenschaften.
Da ist es auch kein Wunder, wenn man sich anschaut, welche Entwicklungen es so bei einigen deutschen Volkswirtschaftslehrstühlen zu geben scheint. Natürlich ist diese Verbindung jetzt eine ganz abstrakte Vermutung, aber Vermutungen darf man doch noch aussprechen. Oder handelt es sich dort vielleicht um vorauseilenden Gehorsam?
Ein anderes Beispiel ist möglicherweise das Institut zur Zukunft der Arbeit, das in einer Quelle im Internet kritisiert wird. Auch dort wird die Wissenschaft gefördert durch ein privates Unternehmen. Warum kann der Staat ein solches Institut nicht selbst zu 100% finanzieren? Dann wäre die Wissenschaftsfreiheit gewährleistet.
Also Wissenschaft sollte frei sein von staatlichem Einfluss, aber auch vom Einfluss aus der Wirtschaft. Der Staat soll Wissenschaft finanzieren, aber modernes Mäzenatentum benötigen wir nicht. Aber das war in vergangenen Zeiten so – es gab Mäzenatentum. Und das ist auch heute so. Der Staat ist finanziell ausgeplündert, und einige wenige Superreiche können sich das Mäzenatentum leisten. Um sich indirekt natürlich die Taschen noch weiter voll stopfen zu können.
Deutschlands Volkswirtschaftslehre entwickelt sich mehr und mehr zu einer Hilfswissenschaft des modernen Feudalismus.
Donnerstag, Mai 24, 2007 um 13:00
Ich hab einen Vorschlag für die Großunternehmen: sie subventionieren Stiftungsprofessuren, auf die sie „ausgediente“ Führungskräfte hieven. Ein Geschäft, das sich vermutlich für alle Seiten nutzenbringend anwenden läßt.
P.S.: da ich zwar selber Leitende Führungskraft war, zwar schon mal in der Uni 2 Jahre unterrichtet hatte, dieses Angebot nicht erhielt, zog ich vor, ein eigenes Business aufzumachen. Also: keine Angebote, bitte.