Hamburger Appell und wirtschaftliche Freiheit

Es ist mal ganz interessant, die Unterzeichner des Hamburger Appells mit den Autoren der wirtschaftlichen Freiheit zu vergleichen. Einige – aber nicht alle Namen – stimmen überein. Im folgenden die Übereinstimmungen:

- Prof. Dr. Norbert Berthold von der Universität Würzburg
- Prof. Dr. Peter Oberender, Universität Bayreuth. In der Wikipedia befindet sich übrigens ein Hinweis, dass Peter Oberender eine Beziehung zur INSM haben soll. Das ist nicht verwunderlich. Was ich aber noch nicht wusste ist der Umstand, dass der Hamburger Appell von der INSM initiiert worden sein soll. Das ist nochmal doppelt peinlich für Deutschlands VWL-Professoren, die diesen Appell unterzeichnet haben.
- Prof. Dr. Wolf Schäfer (emeritiert), Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
- Prof. Dr. Roland Vaubel, Universität Mannheim

Also insgesamt vier Professoren von momentan insgesamt sechs Autoren des Weblogs „Wirtschaftliche Freiheit“ kommen auch in der Liste der Unterzeichner des Hamburger Appells vor. Mich wundert das nicht, dass das so ist, irgendwie hatte ich mir gedacht, vergleiche ich doch mal die Namen. Und tatsächlich, sehr viele Übereinstimmungen.

Welche Information aus dem Hamburger Appell sollte man sich merken? Es handelt sich um den ersten Satz:

„Die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland wird verstärkt von Vorstellungen geprägt, die einen erschreckenden Mangel an ökonomischem Sachverstand erkennen lassen.“

Der Umstand, dass der Hamburger Appell von so zahlreichen Professoren unterzeichnet wurde, lässt den Schluss zu, dass die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland einen erschreckenden ökonomischen Sachverstand erkennen lässt. Durch das Weblog »Wirtschaftliche Freiheit« wird dieser Eindruck verstärkt. Aber schön, dass man mal darüber sprechen kann, vielleicht kommt man ja irgendwann mal ins Gespräch hier auf der Weblog-Ebene, wer weiß. Vielleicht auch nicht, wäre auch nicht weiter schade darum.

Man kann hoffen, dass irgendwann in ferner Zukunft der wirtschaftliche Sachverstand wieder nach Deutschland zurückkehren wird. Man braucht jedoch nicht davon auszugehen, dass dieser Impuls von Deutschlands VWL-Lehrstühlen kommen wird. Es wäre möglicherweise kein Verlust für den Wissenschaftsstandort Deutschland, wenn man die Professoren, die den Hamburger Appell unterzeichnet haben, in den vorzeitigen Ruhestand schicken würde, natürlich bei vollen Bezügen. Denn so einen Unsinn kann nur unterschreiben, wer die wirtschaftliche Realität in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr wahrzunehmen bereit ist.

PS: Es kann sein, dass ich mal versehentlich einen Dr.-Artikel unterschlagen habe, ist nicht böse gemeint.

2 Antworten zu „Hamburger Appell und wirtschaftliche Freiheit“

  1. insm sagt:

    Jener Prof. Oberender forderte schon einmal einen freien Organhandel. Das läßt einen schönen Blick darauf zu, wie solche Leute nur noch in Zahlen und Prognosen „denken“ bzw. ihre gelernte Programme abspulen und die gesamte äußere Welt samt Kultur, Gesellschaft, Moral etc. pp. völlig außer Acht lassen. Einen sehr guten Kommentar dazu gibt es hier: http://www.transplantation-information.de/organhandel/experte_fordert_freien_organhandel_2004.html

    Gruß

    Alex

  2. bmberlin sagt:

    meudalherr: kannst du nicht eine Kategorie aufmachen, aus der ersichtlich ist, welches Netzwerk die INSM bereits hat?

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