Mal ganz ehrlich: Zeitunglesen ist doch Zeitverschwendung – mit einer Ausnahme: Die Kommentare der Leser, eventuell auch die Leserbriefe.
Hier mal ein Beispiel – den Hauptartikel in der Zeit.de, durch den ich durch diesen Artikel in den NachDenkSeiten aufmerksam gemacht worden bin, habe ich nicht gelesen, aber mal einen Blick in die Kommentare geworfen. In einem Leserkommentar heißt es:
»Real ist indessen, dass von einem allgemeinen Rückzug des Staates gar nicht die Rede sein kann: Ja, selbst dort, wo die Neoliberalen meinen, dass er verschwinden solle, ist er präsenter denn eh und je, wie die aktuellen Interventionen an den Finanzmärkten zeigen. Der Staat zieht sich nicht zurück, da er zunehmend als Werkzeug für die Interessen einer priviligierten parasitären Minderheit mißbraucht wird.«
Das ist eine sehr wichtige Analyse: Vor kurzem gab es diese umfangreichen Meldungen über die Bankenkrise – da wurden viele Milliarden durch die europäische Zentralbank an Krediten und damit Geld herausgegeben, weil unser Finanzsystem sonst möglicherweise aus den Fugen geraten wäre. Also man kann sagen: Der Wettbewerb selbst richtete es nicht, man brauchte den Staat – die EZB zähle ich mal als Teil des Staates.
Aber nicht vergessen: Die Finanzmärkte – letztlich sind das doch Menschen, die davon profitieren, einige wenige. Im Zitat oben befindet sich die Formulierung »privilegierten parasitären Minderheit«. Wer könnte damit gemeint sein? Könnte es sich um die modernen Feudalherren handeln, einige wenige Familien weltweit, denen der halbe Planet gehört?
Deutschlands Mittelstand, jetzt seid ihr an der Reihe. Mit den Asylanten hatte es vor einigen Jahren angefangen. Dann vor wenigen Jahren hat man mit den Arbeitslosen angefangen. Jetzt ist der Mittelstand an der Reihe, die modernen Feudalherren, die Superreichen müssen noch reicher werden. Lest jeden Tag von Montag bis Freitag die NachDenkSeiten.de, dann werdet ihr über den Neoliberalismus informiert. Die neoliberalen schaufeln euch noch das Grab, oder genauer gesagt: Die neoliberalen Prediger lassen Deutschlands Mittelstand sein eigenes Grab schaufeln, der offenbar noch immer nicht so ganz kapiert hat, wo die Reise hingeht – viele, die heute noch dem Mittelstand angehören oder glauben anzugehören, werden möglicherweise schon in naher Zukunft zu den Arbeitslosen zählen, ob sie das wollen oder nicht – natürlich wollen sie es nicht, aber sie werden sich häufig auf Armut einstellen müssen.
In diesem Sinne: Wer Zeitung liest (egal ob die neoliberale FAZ, die vermutlich ökologistische taz oder die als linksliberal geltende FR), der verschwendet seine wertvolle Lebenszeit. Ich rufe hier nicht zum Boykott der Zeitungen auf, ganz im Gegenteil: Lest die Leserkommentare, viele Bürger sind sehr dumm, das merkt man dort auch, aber sehr viele Bürger haben es schon kapiert, und so langsam könnte vielleicht schon ein kleiner Stimmungsumschwung bei der Mehrheit des deutschen Volkes festgestellt werden. (Ich habe den Eindruck, dass viele Leser der Welt.de schon recht weit sind und viele Lügen der gegenwärtigen Propaganda durchschaut haben – also es ist egal, bei welcher Zeitung man die Leserkommentare liest, tendenziell ist es ein Unterschied wie Himmel und Hölle zwischen Hauptartikel und Leserkommentar, natürlich nur tendenziell.) Die DDR ist auch untergegangen – warten wir mal ab, wann unsere gegenwärtige widerliche Diktatur der Clique der Superreichen in sich zusammenbricht.
Merke: Deutschlands Zeitungen sind Sprachrohr einer kleinen extrem reichen Clique, die es in diesen Jahren unternimmt, Deutschlands Mittelstand aufzufressen – und eine kleine »Initiative neue feudale Marktwirtschaft« zu diesem Unternehmen gibt es natürlich auch.
Mittwoch, August 15, 2007 um 15:34
[...] Meudalismus – Die privilegierte parasitäre Minderheit [...]
Samstag, August 18, 2007 um 06:36
[...] Merke: Deutschlands Zeitungen sind Sprachrohr einer kleinen extrem reichen Clique, die es in diesen Jahren unternimmt, Deutschlands Mittelstand aufzufressen – und eine kleine “Initiative neue feudale Marktwirtschaft” zu diesem Unternehmen gibt es auch. [via:Meudalismus] [...]