Die Feudalisierung unserer Gesellschaft schreitet immer weiter voran – das ist das Thema dieses Weblogs. Heute mal eine kleine Rechenprobe, hier die Anmerkung eines Lesers der NachDenkSeiten:
»613 x 7.339,- Euro x 12 Monate = 53.985.684,- Euro
Ergebnis: Die 6 (!) Vorstände bekommen mehr als doppelt soviel Geld wie alle 613 Bundestagsabgeordnete zusammen.«
Ich habe jetzt nicht nachgerechnet, ob diese Rechnung korrekt ist. Aber es geht um die Größenordnung. Auf der einen Seite ist es schon eine große Frechheit, wie die Bundestagsabgeordneten sich ihre Bezüge erhöhen. Und gleichzeitig wird der deutsche Untertan sehr knapp gehalten. Aber man muss sich auch mal die Schere zwischen den Bezügen eines normalen Bundestagsabgeordneten und eines Managers vergegenwärtigen. Dort scheinen auch ziemlich große Gegensätze zu sein.
Und nicht vergessen: Die Abstände im Einkommen zwischen den Managern und den modernen Feudalherren (Übergang ist fließend, aber das sind zwei unterschiedliche Kategorien) sind auch nochmal enorm.
Bitte merken Sie sich: Ganz unten in der Gesellschaft ist der Sozialhilfeempfänger, Obdachloser, Zwangszivildienstleistender, Arbeitsloser, häufig sind auch Kinder betroffen. Dann etwas darüber kommen die Arbeitnehmer, die Rentner, die Beamten. Die sind so etwa in der gleichen Kategorie anzusiedeln. Und was kommt dann? Dann kommen irgendwann unsere Politiker. Und über den Politikern stehen im Gehalt die Manager. Und wer hat noch mehr Geld als die Manager? Die Konzerneigentümer, unserer modernen Feudalherren. Beispielsweise die beiden Aldi-Brüder. Das sind Superreiche, die schon viele Milliarden an Vermögen angehäuft haben.
Bitte bedenken Sie: Egal, wie viel die Bundestagsabgeordneten mehr bekommen, oder schauen Sie sich mal an, wie die Bezüge beim Bundesverfassungsgericht sind. Es gibt immer noch eine ganz kleine Clique, die ein Vielfaches davon verdient. Und über diese kleine Clique spricht die gleichgeschaltete Presse nicht. Die erwähnen vielleicht schonmal die Manager, vielleicht sogar mal ausnahmsweise auch den einen oder anderen modernen Feudalherren. Aber die sagen nicht, dass der extreme Reichtum unserer Feudalherren Ursache für die Armut von Millionen von deutschen Staatsbürgern ist. Das wird systematisch verschwiegen!
Es gibt eine gewaltige Schere bei den Bezügen. Und diese Schere fällt schon auf zwischen den Bundestagsabgeordneten und den Managern. Aber vergegenwärtigen Sie sich mal die Schere zwischen den Bundestagsabgeordneten und den modernen Feudalherren. Und wie groß ist erst die Schere zwischen dem normalen deutschen Arbeitnehmer und einem modernen Feudalherren. Ganz extrem wird es, wenn man den Gegensatz zwischen »Sozialschmarotzer« und Meudalherr (beziehungsweise Meudalfrau) betrachtet.
Wenn das so weitergeht, dann wird diese deutsche Gesellschaft zerbrechen. Dann wird die Politikerkaste möglicherweise die Wirtschaftssicherstellungsverordnung anwenden müssen. Und vielleicht auch das Militär im Inland gegen das deutsche Volk einsetzen müssen. Man wird sehen, aber der Feudalismus wird auf Dauer sicherlich nicht von Millionen in die Armut getriebenen deutschen Staatsbürgern getragen werden können. 1789 war damals eine kleine Revolution.
Meiner Meinung nach kann man schon darüber sprechen, dass die gegenwärtigen Zustände in Deutschland möglicherweise als Hochverrat beziehungsweise als Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu bewerten sein könnten. Leider ist die bundesdeutsche Justiz – insbesondere Deutschlands Staatsanwaltschaften – politisch sehr abhängig. Also von denen braucht man nicht zu erwarten, dass sie hochrangige Politiker strafrechtlich zur Rechenschaft ziehen werden. Und da wären teilweise möglicherweise recht hohe Freiheitsstrafen fällig. Ich möchte das jetzt nicht im Detail erläutern, aber dieser extreme Gegensatz zwischen Arm und Reich, der ist vermutlich weder vom demokratischen Mehrheitswillen des deutschen Volkes gedeckt noch vom Sozialstaatsprinzip nach Art. 20 Grundgesetz. Also wir kommen hier schon an die Fundamente unseres Staates, die durch die Politikerkaste möglicherweise ausgehöhlt werden. Nun ja, damals im Nationalsozialismus war es auch ausgeschlossen, dass die Justiz gegen den Führer Adolf Hitler vorgegangen ist. Oder wie war es im Sozialismus: Konnte man gegen die DDR-Diktatoren (insbesondere gegen die Mauerschützen) mit den Mitteln des Strafrechts vorgehen? Vermutlich eher nicht. Und genauso ist es auch heute im modernen Feudalismus: Diejenigen, die dieses Verbrechen Meudalismus am deutschen Volk begehen, die die Grundsätze der Verfassung nach Art. 20 Grundgesetz missachten und mit den Füßen treten, die werden natürlich nicht von der Justiz belangt. Die können mehr oder weniger frei schalten und walten. Aber die Grenze des Zumutbaren ist schon lange überschritten. Und wir werden sehen, wie sich die ganze Sache entwickeln werden wird.
Werfen wir noch einen kurzen Blick in das Informationsportal Globalisierung:
»150 % mehr für die Porschevorstände mit durchschnittlich 19 Millionen Euro. Für deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt pro Nase nach Inflation ein Minus von 1,5 %. 690-mal mehr für die Vorstände auf ihren weichen Sesseln als für die Arbeitnehmer am Fließband. «
Also das muss man sich mal verdeutlichen: Die Manager eines Autokonzerns bekommen nach dieser Quelle 690-mal so viel wie der Arbeitnehmer am Fließband. Das ist eine Krankheit, solche Differenzen im Gehalt. Man muss mal zu einem vernünftigen Faktor zurückkehren, beispielsweise zum Faktor 30: Das würde bedeuten, dass ein Manager dreißigmal soviel bekommt wie der Fließbandarbeiter. Es ist klar, dass es einen deutlichen Abstand beim Gehalt geben muss, damit es Leistungsanreize gibt, die totale Gleichheit wie im Sozialismus will ich natürlich auch nicht. Aber die totale Ungleichheit wie im klassischen Feudalismus halt auch nicht. Irgendwo beim Faktor 30 zwischen Manager und Fließbandarbeiter, da könnte man sich doch einigen, oder?
Oben geht es um die Bezüge der Vorstände bei Porsche. Wie viele Eigentümer hat aber der Porsche-Konzern? Vermutlich gehört Porsche auch einigen modernen Feudalherren, aber ich habe jetzt keine Lust, das noch genauer zu recherchieren. Und wie hoch ist denn das Einkommen der Porsche-Konzerneigentümer? Berichtet die gleichgeschalteten Presse auch mal darüber? Und mir jetzt bitte nicht mit Neiddebatte anfangen. Es geht mir um soziale Gerechtigkeit. Und davon ist Deutschland zur Zeit leider sehr weit entfernt.