Am 10. März 2008 befindet sich bei hartgeld.com (ein bisschen nach unten scrollen, der Artikel wird voraussichtlich irgendwann ausgelagert werden, also nicht mehr direkt erreichbar sein) ein Hinweis auf einen Artikel in der FTD. Offenbar sind die Einkommensunterschiede dort teilweise so groß, dass es sogar schon Demonstrationen gibt – mitten in New York, in Manhattan. Ein Bürger wird folgendermaßen zitiert:
»Wir verdienen knapp 410 $ die Woche, während die Banker dort 12.000 $ bekommen«
Tja, so ist das: Es gibt riesige Einkommensunterschiede. Ganz unten in der Hierarchie sind die Kellner mit etwa 410 USD pro Woche. Darüber befinden sich die Banker mit etwa 12.000 US-Dollar pro Woche. Man muss jetzt aber noch ergänzen, dass es noch die modernen Feudalherren gibt mit weitaus mehr Vermögen.
Das Wort »Klassenkampf« könnte tatsächlich schon bald Wirklichkeit werden. Auch und insbesondere natürlich in den USA. Denn sehr viele US-Bürger leben ziemlich erbärmlich, leben in Schuldknechtschaft, sind gewissermaßen versklavt. Und oben gibt es einige wenige Herren, die von den Früchten der Arbeit vieler US-Bürger leben können. Wenn jedoch die Einkommensunterschiede (und natürlich auch die Vermögensunterschiede) zu umfangreich werden, dann kann es halt auch mal zu Demonstrationen in Manhattan kommen. Ob solche Demonstrationen etwas bringen?
Gelegentlich gibt es mal Streiks in Deutschland, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr. Aber bringen solche Streiks grundsätzlich etwas? Meiner Meinung nach bringen solche Streiks nichts, denn an der grundsätzlichen Ungleichheit in der Vermögensverteilung wird dadurch nichts geändert. Lediglich für die jeweils streikende Gruppe kann sich ein kleiner Vorteil gegenüber anderen Arbeitnehmern ergeben. Aber das Problem extreme Vermögensungleichheit bleibt erhalten.
Egal ob in Manhattan demonstriert wird, oder ob in Deutschland gestreikt wird – es wird nichts bringen. Das System wird stabil laufen wie damals die sozialistische Diktatur im Ostblock. Ganz plötzlich kollabiert es dann. Die gegenwärtigen Demonstrationen/Streiks sind nur so kleine Vorläufer des Kollapses. Denn eine grundsätzliche Einigung ist nicht mehr möglich, erst wenn US-Dollar und Euro gemeinsam zur Hölle gefahren sind, wird es einen Weg für sehr viele US-Bürger und bundesdeutsche Bürger aus der demütigenden Schuldknechtschaft heraus geben. Denn die Probleme sind in den USA und in Deutschland analog vorhanden.
Ich will keinen Klassenkampf, sondern ich will Privateigentum. Denn ohne Privateigentum gibt es keine Freiheit. Das gilt in den USA genauso wie in Deutschland. Aber weder George „Warlord“ Bush noch unsere Diktatoren in Brüssel tun etwas, um das Privateigentum des ganz normalen Durchschnittsbürgers angemessen zu schützen. Aber ein System, das vielen Menschen keine Freiheit mehr gewähren möchte, das wird dann irgendwann früher oder später zur Hölle fahren. Die sozialistische Diktatur ist ja auch schon zur Hölle gefahren – kein Privateigentum, keine Freiheit. So einfach ist das. Denn der Sozialismus kannte das Privateigentum an Produktionsmitteln nicht. Der moderne Feudalismus kennt das Privateigentum an Produktionsmitteln zwar schon – aber halt nur für einige wenige Feudalherren. Die Masse der US-Bürger hat kein Privateigentum an Automobilkonzernen. Deren Status ist zu arbeiten und zu konsumieren. So wurde der US-Konsum in den vergangenen Jahren häufig ermöglicht, indem das eigene Haus als Geldautomat zweckentfremdet wurde. Also der Bürger aus der US-Mittelschicht hat sich häufig verschuldet, um ein Auto von einem Konzern zu kaufen, der zu einem erheblichen Anteil selbstverständlich einem oder mehreren Superreichen gehört. Aber wer nur konsumieren darf, wer die eigene Immobilie als Geldautomat einsetzen darf, wer immer weiter in die Schuldknechtschaft geht, der hat langfristig kein Privateigentum an Produktionsmitteln, der ist auch nicht frei – es ist fast so wie in einem Monopolyspiel. Wer Privateigentum hat, der ist frei. Aber wenn es zu viele Menschen gibt, die kein Privateigentum haben, dann geht es so langsam in den finalen Kollaps über. Dann bricht das Kartenhaus der demütigenden Schuldknechtschaft in sich zusammen, dann gibt es erst einmal große soziale Verwerfungen, und dann geht es vielleicht irgendwann wieder bergauf.