Am 7. April 2008 geht es im Tageskommentar von „fürgold“.de um die Auftragsabwicklung:
»München-Aktuell: [...] Nach wir vor macht uns das hohe Auftragsvolumen zu schaffen. Im Rahmen zweier Nachtschichten konnten wir aber unseren Rückstand erheblich verkürzen. Dennoch dauert die Auftragsabwicklung auch bei verfügbaren Artikeln rund zwei tage länger als zu Jahresbeginn. Wir bitten dies, bei Ihren Bestellungen einzuplanen. Hinzu kommt natürlich, dass sich die Produzenten weiter nicht auf die gestiegene Nachfrage engestellt haben. So gibt es folgende Lieferfristen: [...] Silberunzen Maple Leaf bis zu vier Wochen, Silberunzen Philharmoniker bis zu drei Wochen, Silberunzen American Eagle bis zu vier Wochen. Zudem haben unsere Logistikpartner mit dem Sendungsaufkommen ebenfalls ihre Schwierigkeiten. Hier müssen viele Pakete neutral umverpackt werden und ein individueller Zustelltermin vereinbart werden. Auch hier kommt es aktuell zu Verzögerungen von einem Tag. Wir bitten für diese Verschiebungen im zeitlichen Ablauf um Ihr Verständnis.«
Hierzu folgende Anmerkungen: Aha, also die Auftragsabwicklung dauert zwei Tage länger als am Anfang des Jahres. Gut zu wissen. Offenbar wird die Nachfrage immer größer, ich habe gerade eben bei einem anderen Edelmetallhändler nachgeschaut – auch dort scheint ein extrem hohes Ordervolumen zu bestehen. Aber wie zufrieden sind da die Kunden?
Also meiner Meinung nach sollten die diversen Edelmetallhändler im Zweifel eher keine neuen Aufträge annehmen, wenn sie nicht sofort liefern können. Und wenn Lieferfristen gelten, dann bitte direkt beim Produkt darauf hinweisen! Nicht irgendwie erst auf Nachfrage Lieferfristen von zwei bis drei Wochen zugeben. Ganz ausdrücklich sagen, wie lange es dauert. Und natürlich auch bitte die Lieferfristen exakt einhalten. Und sobald die Gutschrift der Banküberweisung erfolgt ist, bitte sofort per E-Mail bestätigen! Sofort bedeutet: Am Tag des Eingangs, notfalls auch noch am Folgetag, aber nicht erst später. So etwas ist fair gegenüber dem Kunden, einfach guter Geschäftsstil.
Ich empfehle am Edelmetallkauf interessierten Privatpersonen folgende Strategie: Online bestellen (gilt für alle Händler, bei nicht geringen Mengen vielleicht vorher telefonisch anfragen). Und die Selbstabholung gegen Barzahlung vereinbaren. Es ist das interne Problem des jeweiligen Händlers, wie er mit zahlreichen Aufträgen zurechtkommt. Wichtig ist nicht nur die Ware (Silber, Gold) und der Preis der Ware, sondern auch die Qualität des Schuldners (Händler). Wenn ein Händler sehr viele Anfragen bekommt, dann müssen diese Anfragen auch möglichst schnell abgewickelt werden. Sonst sinkt das Vertrauen. Denn der Kollaps unseres Finanzsystems steht unmittelbar bevor. Und bevor es zusammenbricht, möchten die Gläubiger (Privatpersonen, die Silber kaufen) natürlich noch möglichst schnell beliefert werden. Aber wenn eine schnelle (!) Lieferung nicht gewährleistet werden kann, dann besser auf Selbstabholung setzen.
Also meiner Meinung nach muss man Edelmetallhändler durchaus darauf hinweisen, dass die Schuldnerqualität sehr wichtig ist. Und es ist das Problem des Schuldners, seinen Pflichten gegenüber dem Gläubiger möglichst schnell nachzukommen. Gläubiger merken sich das, wenn Aufträge nicht sofort abgewickelt werden. Und das nächste Mal gibt es dann halt vielleicht keinen Auftrag mehr. Das sollten Edelmetallhändler wissen. Aber ob die das auch interessiert? Vermutlich nicht.
Also nochmal ein paar Worte zum obigen Zitat:
- Aufträge werden durch den Schuldner offenbar erst zwei Tage später abgewickelt,
- Produzenten haben sich noch nicht auf die gestiegene Nachfrage eingestellt (haben die Produzenten ausreichend Silber?),
- Logistikunternehmen scheinen ebenfalls Probleme zu haben. Was ist los mit den Logistikunternehmen? Arbeiten die nicht vernünftig wegen Hungerlöhnen? Auch hier ist ein Schwachpunkt in der Lieferkette.
Also Probleme an drei verschiedenen Fronten. Verständnis für Verschiebungen im zeitlichen Ablauf gibt es jedoch nicht, dieser Bitte kann leider nicht entsprochen werden, sorry. Der Schuldner sollte auch mal für den Gläubiger Verständnis haben, der seine Gegenleistung (Banküberweisung) bereits erbracht hat und recht lange auf die Ware warten darf.
Samstag, September 6, 2008 um 19:58
[...] ähnlichen Sache berichtet. Silber war bei einem Händler in München mit einem lateinischen Namen bestellt worden. Die Lieferung ist natürlich vollständig erfolgt, hätte nach Meinung des Kunden jedoch [...]